Häufig gestellte Fragen

Hier bekommen Sie Antworten auf viele Fragen zu Schwimmteichen und Naturpools. 
Die eine oder andere Information schafft auch Missverständnisse aus der Welt und klärt auf:

 

Warum setzen sich auf Steine und Wänden Algen an?

Je nach Gesteinsart und Oberfläche werden alle im Wasser befindlichen Elemente von Biofilm überzogen. Nur in sehr nährstoffarmen Gewässern wächst kein Biofilm (unter 10 µg Phosphor). Die Intensität des Bewuchses ist je nach Gesteinsart verschieden, da in den Steinen Nährstoffe gespeichert sind und teils gelöst werden. Das ist auch der Grund, warum seit der neuen ÖNORM 1128 alle Materialien, die im Teich eingebaut werden, auf den Phosphatgehalt hin geprüft werden müssen. Denn Materialien mit hohem löslichem Phosphorgehalt sind Ursache und Garant für Algenwachstum.

ph-Wert – muss ich den kontrollieren?

Zuerst sollten wir mal definieren was der pH-Wert überhaupt aussagt. Er gibt an, wieviel aktive Säure im Teich ist. Je geringer der pH Wert, desto „saurer“ ist der Teich. Die wichtigste Säure im Schwimmteich und Naturpool ist die Kohlensäure (also das gelöste CO2). Da Pflanzen bei der Fotosynthese CO2 verbrauchen, steigt der pH-Wert tagsüber an. Während der Nacht sinkt er wieder, da Pflanzen bei der Atmung CO2 ausatmen und damit Säure ins Wasser abgeben. Der pH-Wert im Teich pendelt sich im Mittel bei 8,4 ein. Im Tagesgang kann er von 7-10 schwanken.

Höhere pH-Wert-Schwankungen deuten in 95% der Fälle auf eine hohe Bioaktivität  (viele Algen).
Was kann man also tun? Algen abfischen, um Bioaktivität zu verringern, Teichboden absaugen und Sedimente am Boden entfernen.

Welche Werte soll oder muss ich im Teich messen?

Das Füllwasser ist der Schlüssel zum Erfolg beim Teichbau. Hier ist Erfahrung vom Fachmann gefragt! Vor der Erstbefüllung sollte das Füllwasser daher analysiert und begutachtet werden. Es gibt in der ÖNORM 1128 definierte Grenzwerte einiger Nährstoffe, z.B.:

Phosphor: ist der limitierende Faktor für das Algenwachstum 
Naturpool: max. 10 µg Phosphor
Schwimmteich: max. 35 µg Phosphor

Sulfat: kann die Bioaktivität beeinflussen, insbesondere bei Naturpools kommt es zu Funktionsstörungen bei den Filtern.
Naturpool: max. 40 mg/l Sulfat
Schwimmteich: max. 40 mg/l Sulfat

Leitfähigkeit: gibt Auskunft über den Gesamtgehalt an gelösten Salzen im Wasser.
Darf beim Befüllen nicht über 1000 µS/cm sein, außer bei temporärer Härte.

Soll ich regelmäßig den Teich nachfüllen?

Nein, nach Möglichkeit nicht! Viele Skimmer und Skimmerklappen erlauben das Absinken des Teiches bis zu 20 cm. Nutzen Sie diese Möglichkeit, da bei jedem Befüllen neue Nährstoffe in den Teich gelangen (bei hohen Temperaturen können Sie in 2 Tagen bereits ein starkes Algenwachstum feststellen). Trinkwasser-VO gibt eine zulässige Höchstkonzentration von 6,7 mg/l Phosphor und eine Richtzahl von 0,3 mg/l Phosphor an. Ab einer Konzentration von 0,035mg ist mit starkem Algenwachstum zu rechnen! Damit ist klar, warum man so wenig wie möglich nachfüllen sollte!

Meine Seerosen blühen wenig – was soll ich tun?

Kaufen Sie sich Düngerstäbchen für Zimmerpflanzen und stecken Sie je Seerose 1 – 2 Stück davon in den Wurzelballen der Seerose. Wichtig: Tief hineinstecken und dann das Loch mit Erde verschließen, damit die Nährstoffe nicht ins Wasser gelangen können.

Wo sind meine Kaulquappen geblieben?

Kröten pflanzen sich in Gewässern in Massen fort. Sie befestigen Ihre Laichschnüre in den seichten Bereichen an den Pflanzen. Daraus entwickeln sich dann die begehrten Kaulquappen, die den Teich wunderbar putzen. Wenn Sie fertig entwickelt sind wandern sie im Sommer als Kröten in Wald, Feld und Wiese aus. Sie überwintern  in Erdlöchern. Also, keine Sorge, wenn sie im Sommer nicht mehr im Teich sind. Aber auch Frösche haben einen ähnlichen Zyklus wie Kröten, bleiben aber immer in Teichnähe.

Ich habe viele Algen – was tun?

Das ist die am meisten gestellte Frage! Nährstoffeinträge hauptsächlich schuld am massiven Auftreten der Algen. Kontrollieren Sie den Teichrand, dass keine Erde oder Oberflächenwasser in den Teich gelangt (es kommt auch vor, dass Ameisen Erde in den Teich verfrachten). Vermeiden Sie oftmaliges Nachfüllen (siehe oben). Wenn sich viele Sedimente auf dem Boden befinden, saugen Sie den Boden ab. Auch die Algen regelmäßig abfischen!

Erwarten Sie sich keine raschen Wunder! Selbst wenn Sie alle Punkte erledigt haben, wird sich das Gleichgewicht nicht in Kürze wieder herstellen. Es dauert eben, bis die Nährstoffe durch die Pflanzen oder Filter wieder reduziert werden. Die Prozesse in der Natur sind zwar langsam, aber sehr verlässlich!

Geben Sie der Natur ihre Zeit, aber lassen Sie die Finger von allen chemischen Mitteln!

4 Punkte um Algenwachstum zu vermeiden

Immer wieder erreichen mich Notrufe: „Mein Teich hat Algen! Was tun?“

Zuerst sollte einem bewusst sein, dass zu einem Teich immer eine geringe Menge Algen gehört. Das ist auch notwendig für die Nahrungskreisläufe im Teich. Wenn die Algen jedoch überhandnehmen, ist es meistens auf einen oder mehrere Gründe zurückzuführen:

  • Das Füllwasser zu nährstoffreich – insbesondere Brunnenwasser ist oft stark mit Phosphor belastet.
  • LÖSUNG: Wasseranalyse durchführen lassen (€ 90,– inkl. MwSt), damit entschieden werden kann, welches Füllwasser ideal ist. Evtl. Aufbereitung des Füllwassers, fehlende oder nicht gewartete Kapillarsperre.
  • Durch verschlammte Randabschlüsse gelangt bei Regen Erde in den Teich. Das entspricht permanenter Düngung! Es ist eine der größten Fehlerquellen bei älteren Schwimmteichen!
  • LÖSUNG: Folie am Teichrand aufstellen bzw. eine Drainage um den Teich herstellen.
  • Fehlende Pflege – wie z.B. kein Pflanzenschnitt im Herbst bzw. kein Absaugen der Sedimente am Boden, kein Laub entfernen…
  • LÖSUNG: notwendige Pflegemaßnahmen durchführen
  • Fehlende Bepflanzung – wenn nur noch wenige Pflanzen im Teich vorhanden sind, kann das Gleichgewicht schwer hergestellt werden. Oft fehlen einfach nur Pflanzen, oder die vorhandenen müssen gedüngt werden (das gilt nicht für Naturpools!).
  • LÖSUNG: Düngen mit geeignetem Wasserpflanzendünger (bei uns erhältlich), bei Bedarf Pflanzen nachsetzen.

Das Märchen der Sauerstoffanreicherung durch Bachlauf oder Sprudler!

Seit vielen Jahren hält sich der Mythos, dass wir in den Schwimmteich Sauerstoff einbringen können und müssen. Das ist definitiv nicht so, da wir das auch im Schwimmteich nicht benötigen.

Dazu sollten wir wissen, dass nur 21 % der Luft aus Sauerstoff besteht, Algen jedoch reinen 100%igen Sauerstoff produzieren. Ich könnte Sie nun mit dem Henryschen Gesetz langweilen, aber wer will das schon hören. Begnügen wir uns damit, dass sich Gase unterschiedlicher Konzentration immer ausgleichen wollen. 

Was bedeutet das für uns Schwimmteichbesitzer?

Sobald ein Sprudler und/oder Bachlauf aktiv sind, passiert genau das Gegenteil – es gast Sauerstoff aus dem Wasser. Denn durch die Bewegung kann sich der 100%ige Sauerstoff, den die Pflanzen erzeugt haben, mit dem Luftsauerstoff ausgleichen.
Soll man nun deswegen gleich alle Sprudler und Bachläufe abstellen? Natürlich nicht! Aber wenn ein Sprudler oder Bachlauf eingebaut wird, muss folgendes klar sein: Beides hat keinen positiven Einfluss auf den Sauerstoffgehalt des Teichwassers. Der Schwimmteich versorgt sich durch die Pflanzen selbst ausreichend mit Sauerstoff.

Hilfe! Meine Seerosen werden gefressen? Was tun?

Seerosen werden meist im Hochsommer von Schädlingen befallen, die die Pflanzen stark schwächen. Sie werden häufig vom Seerosenzüngler oder vom Seerosenkäfer heimgesucht.

Seerosenkäfer

und so sieht das dann aus:

Bekämpfung:

Man kann die Raupen der Käfer abklauben und zerdrücken. Für alle, denen das zu mühsam ist, empfehle ich biologische Spritzmittel (Neem Schädlingsfrei). Einfach die Blätter mittels Blumensprühflasche mit dem verdünnten Mittel behandeln. Wirkungsdauer ca. 2 Wochen


Seerosenzünsler

Dabei handelt es sich um einen Falter, der seine Eier auf den Seerosen ablegt. Die Raupen verpuppen sich in den Seerosen.

Bekämpfung:

Am bestens mit biologischen Mitteln auf Basis Bacillus thuringiensis spritzen.

Frosch- oder Krötenlaich, wie erkenne ich den Unterschied 

Sie haben Amphibienlaich in Ihrem Teich entdeckt und möchten wissen, worum es sich handelt? 

Laich von Kröten (meistens der Erdkröte)

In den ersten frostfreien Regennächten kommen die Kröten zum Teich. Dort umklammern die Männchen intensiv die Weibchen und laichen. Der Laich wird in Doppelsträngen rund um Pflanzen gewickelt, die jungen Kröten schlüpfen je nach Temperatur bereits nach einigen Tagen bis 3 Wochen.

Kröten, die in tiefen Bereichen sitzen, mittels Kescher auf flache Stücke „umsiedeln“. Oft sind sie von der Fortpflanzung so sehr geschwächt, dass sie am tiefen Boden verenden.

Laich von Frösche (meistens Grasfrosch):

Der Grasfrosch ist der am weitesten verbreitete Frosch in Österreich. Ein Teil der Frösche überwintert im Teich, ein Teil in der umliegenden Gegend. Die Männchen locken durch knurrende Laute die Weibchen an. Dieses Werben um die Weibchen kann manchmal durchaus laut sein.

Welche Vorteile haben die Kaulquappen von Frosch und Kröte für den Teich? 

Sie sorgen für eine natürliche Teichreinigung, denn sie raspeln Algenbeläge von allen Oberflächen ab und sorgen für einen großen Nährstoffaustrag, wenn sie den Teich verlassen.

Für alle Interessierten, die mehr über Amphibien wissen wollen kann ich Ihnen diese Seite sehr empfehlen. 
http://www.herpetofauna.at