Bambus

Bambus - eine Modepflanze mit vielen für und wieder. Richtig eingesetzt sind Bambus sehr schöne Pflanzen. Wenn falsch gepflanzte Bambuspflanzen sich jedoch im Garten selbstständige machen, können die langen Ausläufer zur Qual werden.

Ich gebe zu, meine Freunde sind Bambus nicht, deshalb werden Sie den Weg in meinen Schaugarten nicht finden. Ich gebe jedoch zu, dass gut gepfegte Bestände am richtigen Platz schon ihren Reiz haben.

Um Ihnen viele Fehlversuche zu ersparen, hier ein Bericht eines Kunden. Er hat schon viel probiert und war so nett, die wichtigsten Punkte kurz aufzubereiten.

Vielen Dank an Fam. Schwanzer!

 

Der Bambus ein Hauch Asien im Garten

Wir haben jetzt schon über 10 Jahre Bambus im Garten, und haben schon sehr viel dazugelernt punkto Sorte, Pflanzung und Pflege.
Unser Grundstück ist das ganze Jahr ziemlich starkem Wind ausgesetzt, was bis jetzt dazu geführt hat, laufend unsere toten Stöcke im Frühjahr durch neue zu ersetzen,..
Meine Frau ist aus Kostengründen schon verzweifelt, da wir im Frühjahr neu gesetzt hatten, den Sommer über tolle Pracht im Garten hatten, im Winter der Stock erfroren oder vertrocknet ist, und im Frühjahr wieder neu gesetzt wurde,.. Das waren bis jetzt unsere Einbußen, wenn man einen Bambus Sichtschutz haben will. Die letzten Jahre haben wir es dann geschafft, viel dazu gelernt und die richtige Sorte gefunden, und haben mit wenig Aufwand und Pflege die Freude am Bambus-Garten.

Folgende Erfahrungen und Tipps haben wir in unseren Bambus-Garten gesammelt:

Grundsätzlich ist es kein Problem einen Bambus im Garten zu pflanzen, aber man sollte einige Dinge beachten um später kein „AHA“ Erlebnis zu haben.


1. Ausläufertreibend : Phyllostachys/ Aurecaulis,bisseti oder spectabilis sind die Robustesten Sorten und benötigen unbedingt eine Rhizomsperre. Die Frostgrenze liegt bei über. -20°C (zumindest dem kaltem Winter vom Jahr 2011 war für diese Sorten kein Problem!)
Die geringste Winterhärte hat die Sorte Phyllostachys Aurea, der mir schon einige male Vertrocknet ist, jedoch im Handel weit verbreitet angeboten wird.

2. Horstbildend: Fagasia/Rufa, Murielae,Standing Stone,Jumbo,… hier ist die Rhizomsperre nicht notwendig da dieser nur in den Jahren langsam am Durchmesser zunimmt. Die Fagasia Sorten sind sehr robust gegen Frost in unserer Gegend.

3. Standort: Je geschützter gegen Wind desto wohler fühlt er sich.

Achtung bei Kauf von Bambus, der keine Fagasia Sorte ist, und am Etikett beworben wird keine Rhizomsperre zu brauchen. Das hatten wir auch schon auf einigen Kärtchen stehen, stimmt aber überhaupt nicht!!

Rhizomsperre was ist das?

Es ist eine HDPE Folie mit min. 2mm Stärke und sollte 60-70 cm in den Boden aber immer auch 10 cm über Bodenniveu ragen, da die Sorte Phyllostachys ein Ausbruchskünstler ist, sonst die Rhizome (Wurzel) oberirdisch über die Sperre wandern und sich unbemerkt im Garten ausbreiten.

Bitte keine Handelsübliche Teichfolie von Baumärkten verwenden, denn diese durchbohrt ein Bambus mühelos und die ganze Arbeit war umsonst.

Wer einen Bambus setzt, muss im Kauf nehmen, die Rhizomsperre (zusätzliche Kosten) mit anzuschaffen, und auch richtig einzugraben. Wir hatten auch schon einmal die Erfahrung gemacht, das ein Jahr später (nachdem der Stock „gestorben“ war) ein überlebender Seitentrieb 2 Meter entfernt und im Garten sich breit machte. Wer bei der Anschaffung spart, der wird auch sein blaues Wunder erleben,…
Noch dazu muss man sich im klaren sein, das das Loch beim Pflanzen einen viel größeren Ausmaß (Durchmesser) haben muss, da die Rhizomsperre ja auch noch unter kommen sollte, und der Bambus ja auch noch für die Zukunft Platz zum wachsen braucht. Tja, wir haben zum Pflanzen sogar schon mal den Bagger kommen lassen,…
Beim Neupflanzen haben wir die Erfahrung gemacht, gleich Dünger der Pflanzerde beizumengen. Da man sowieso die Pflanzen meist im Frühjahr setzt, hat die Erde im Pflanzcontainer viele neue Triebe, aber wenig Muttererde und Nahrung.

 

Frisch gesetzter Bambus sollte in den ersten 2-3 Jahren immer im Winter geschützt werden, da sonst eine Vertrocknung an sehr kalten trockenen Wintertagen unausweichlich ist.
Unsere Erfahrung war, einfach trockenes Laub (hat man ja im Herbst genug!) rund um den Horst aufhäufen und mit einer Schilfmatte einwickeln. Dies bewirkt dass die Verdunstung an den Blättern reduziert wird und so eine Vertrocknung durch den Wind verhindernd wird.
Es gibt nichts Schlimmeres als ein Kahler Bambus im Frühsommer, Sichtschutz ade…
Sollte der Bambus Schäden von Winter davongetragen haben, warteten wir bis Mai/Juni, denn er könnte wieder aus den kahlen Halmen neue Blätter bilden oder neue Triebe schießen aus dem Boden.
Ist nichts von beiden eingetreten, dann raus aus der Erde mit den Wurzelstock!!!!

Und noch etwas ganz wichtiges – das Gießen!

Wenn der Bambus zu wenig Wasser hat (speziell an lang anhaltenden Sommertagen ohne Regen), zeigt er es sehr deutlich, indem sich die Blätter der Länge nach einrollen. Dann ist es höchste Zeit das Wasser aufzudrehen, und die Wurzeln fest einzuschwemmen. Der Bambus gehört zu den Gräsern, und braucht sehr viel Wasser das ganze Jahr lang. Deshalb vertrocknet er im Winter auch mehr als zu erfrieren, da der Boden durch den Frost gefroren ist, und die Halme nicht mit Wasser versorgt werden können.

Sollte der Stock dann schon groß und prächtig sein, oder im Frühsommer vereinzelt dürre Halme übrig bleiben, kann man beginnen mit dem auslichten. Einige Triebe am Boden mit der Astschere abschneiden und trocknen lassen. Meine Frau benützt die Bambus Stäbe dann als Rankhilfen im Gemüsegarten, so hat man gleich wieder einen Nutzen davon.

Tja, das war einiges von unseren persönlichen Erfahrungen, wir hoffen das auch ihr davon Profitieren könnt, und auch so viel Freude wie wir am Bambus habt!


Eine buddhistische Weisheit sagt:

Sei wie der Bambus, beuge und biege dich anmutig, wie der Wind es will, und du wirst niemals brechen.